Marketing-Abkürzungen sind die gemeinsame Fachsprache im digitalen Marketing - von Klassikern wie SEO, CTR, KPI und CAC bis zu den 2026er-Neuzugängen AEO (Answer Engine Optimization), GEO (Generative Engine Optimization), LLMO (Large Language Model Optimization) und MCP (Model Context Protocol). Für SaaS-Teams in DACH kommen zusätzlich Compliance-Begriffe wie DSGVO, AVV, KSA und TTDSG dazu, die in DACH operativ wichtiger sind als jede Performance-Kennzahl. Dieses Glossar listet über 70 Abkürzungen, sortiert in neun Kategorien, jeweils mit Anker-Link zum Springen und Kontext zur Anwendung.
- Die 2026er-Neuzugänge AEO, GEO, LLMO und MCP gehören in das Vokabular jedes SaaS-Marketing-Teams - sie beschreiben, wie KI-Suchmaschinen und Agenten ein zunehmender Teil der Customer Journey werden
- SaaS-Metriken wie MRR, ARR, NRR, GRR, NPS und Churn sind nicht-verhandelbar für jedes Unternehmen mit Subscription-Modell - sie sind die Sprache, in der Investorinnen und Boards Wachstum bewerten
- DSGVO-spezifische Begriffe wie AVV, TTDSG und KSA sind in DACH operativ wichtiger als jede Performance-Kennzahl - sie entscheiden über Bußgelder, Abmahnungen und Vertragsfähigkeit mit deutschen Konzernkunden
- Performance-Marketing-Abkürzungen (ROAS, CPA, CPL, AOV, CAC, LTV) bilden eine eigene Sprachfamilie - wer die nicht sauber unterscheidet, vergleicht in jeder Reporting-Runde Äpfel mit Birnen
- Sales- und Pipeline-Begriffe (ICP, MQL, SQL, PQL, BANT, PLG) zeigen, wie sich Marketing-Verantwortung in der Funnel-Kette ändert - PQL (Product-Qualified Lead) ist die neue zentrale Kategorie für Product-Led-Growth-Modelle
- B2B2C und D2C ergänzen die klassische B2B/B2C-Dichotomie - im SaaS-Markt sind Mischmodelle inzwischen häufiger als reine Geschäftsmodelle
- Glossar-Disziplin lohnt sich: ein Team, das CTR von CR und ROI von ROAS sauber trennt, trifft messbar bessere Budgetentscheidungen als eines, das die Begriffe vermischt
Abkürzungen sind keine Eitelkeit, sondern Effizienz: Wer im digitalen Marketing arbeitet, spart in jedem Meeting 10 bis 20 Minuten, wenn alle dieselben Begriffe meinen. Wer dagegen CTR mit Conversion Rate verwechselt oder ROI mit ROAS, trifft in jeder Budget-Runde schlechte Entscheidungen. Dieses Glossar listet über 70 Marketing-Abkürzungen, die 2026 in DACH-SaaS-Teams den Alltag prägen - sortiert in neun Kategorien, mit Anker-Links zum direkten Springen.
Die Neuzugänge dieses Updates: AEO (Answer Engine Optimization), GEO (Generative Engine Optimization), LLMO (Large Language Model Optimization), MCP (Model Context Protocol) und die DACH-Compliance-Begriffe AVV, TTDSG und KSA. Sie zeigen, wie sich Marketing-Vokabular zwischen 2024 und 2026 verschoben hat - weg von reinem Performance- und SEO-Jargon hin zu AI-Search-Ökonomie und DSGVO-Realismus.
Wie dieses Glossar zu lesen ist: Jede Kategorie hat eine eigene Sektion. Innerhalb der Kategorie sind die Begriffe inhaltlich gruppiert, nicht alphabetisch - so dass Bündel wie CPC-CPM-CPA oder MRR-ARR-NRR zusammenstehen. Jeder Begriff bekommt eine kurze Definition plus, wo sinnvoll, einen Link auf einen vertiefenden Artikel oder eine Tool-Seite.
Inhalt nach Kategorie
- Geschäftsmodelle und Grundbegriffe
- SEO, SEA und AI Search 2026
- Performance Marketing und Werbeabrechnung
- SaaS-Metriken und Subscription-Kennzahlen
- Conversion, UX und Web-Analyse
- Sales, Pipeline und CRM
- KPIs, Strategie und Operations
- AI, Daten und 2026er-Tech-Begriffe
- DACH-Compliance und rechtliche Begriffe
1. Geschäftsmodelle und Grundbegriffe
Die Grundkategorien, die die Diskussion strukturieren - wer verkauft an wen, in welchem Modell.
- B2B - Business-to-Business: Unternehmen verkaufen an andere Unternehmen. Längere Verkaufszyklen, mehrere Entscheiderinnen, rationale Kaufmotive.
- B2C - Business-to-Consumer: Direktverkauf an Endverbraucherinnen. Kürzere Zyklen, emotionalere Entscheidungen.
- B2B2C - Business-to-Business-to-Consumer: Eine Plattform verkauft an Unternehmen, die wiederum an Endkundinnen weiterverkaufen. Klassisches Beispiel: ein White-Label-SaaS für Agenturen.
- D2C - Direct-to-Consumer: Marken verkaufen ohne Zwischenhändler direkt an Endkundinnen. Im Software-Kontext praktisch deckungsgleich mit B2C-SaaS.
- SaaS - Software as a Service: Software wird als Abo gemietet statt einmalig gekauft, gehostet auf Anbieter-Infrastruktur.
- PaaS - Platform as a Service: Entwicklungsumgebung in der Cloud - Code wird hochgeladen, Anbieter kümmert sich um Infrastruktur. Vergleich in unserem Artikel IaaS, PaaS, SaaS.
- IaaS - Infrastructure as a Service: Rohe virtuelle Compute- und Storage-Ressourcen (z.B. AWS EC2).
- XaaS - Everything as a Service: Sammelbegriff für alle "as-a-Service"-Geschäftsmodelle, auch außerhalb der klassischen Cloud-Pyramide (DaaS, AaaS, IaaS für KI etc.).
2. SEO, SEA und AI Search 2026
Der Bereich, der zwischen 2024 und 2026 die meisten neuen Begriffe bekommen hat - durch die Verbreitung von KI-Suchmaschinen.
- SEO - Search Engine Optimization (Suchmaschinenoptimierung): Verbesserung organischer Sichtbarkeit in Suchmaschinen wie Google. Vertiefend: SEO-Strategien optimieren.
- SEA - Search Engine Advertising: Bezahlte Anzeigen in Suchmaschinen (Google Ads, Bing Ads).
- SEM - Search Engine Marketing: Sammelbegriff für SEO + SEA. In der Praxis wird "SEM" oft synonym mit SEA verwendet - was technisch falsch, aber im Sprachgebrauch verbreitet ist.
- SERP - Search Engine Results Page: Die Ergebnisseite einer Suchanfrage, inklusive Anzeigen, organischer Ergebnisse, Featured Snippets, People-Also-Ask, AI Overviews.
- PPC - Pay-per-Click: Werbemodell, bei dem pro Klick gezahlt wird. Praktisch deckungsgleich mit CPC als Abrechnungsmodell.
- AEO - Answer Engine Optimization: Optimierung für KI-Suchmaschinen wie ChatGPT, Perplexity, Gemini. Misst Visibility, Share of Voice und Citation Rate in KI-Antworten. Wer ernsthaft AEO betreiben will, braucht ein dediziertes Tool wie Peec AI.
- GEO - Generative Engine Optimization: Begriff, den vor allem US-Tools nutzen, in Substanz identisch mit AEO. Ob AEO oder GEO sich als Standardbegriff durchsetzt, ist 2026 noch offen.
- LLMO - Large Language Model Optimization: Engere Variante - die Optimierung speziell für LLMs (im Unterschied zur breiteren "Answer Engine"). Wer den Begriff in einem Briefing hört, kann ihn pragmatisch als Synonym für AEO behandeln.
- CTR - Click-Through Rate (Klickrate): Klicks geteilt durch Impressionen mal 100. Misst, wie relevant ein Suchergebnis oder eine Anzeige für die Suchanfrage ist.
- CPC - Cost per Click: Was eine Werbeplattform pro Klick auf eine Anzeige berechnet.
3. Performance Marketing und Werbeabrechnung
Die Abrechnungs- und Effizienz-Begriffe, in denen Performance-Teams täglich denken. Die häufigste Verwirrung: ROI und ROAS werden oft gleichgesetzt, sind aber unterschiedlich.
- CPM - Cost per Mille: Kosten pro 1.000 Impressionen. Üblich in Display- und Video-Werbung, wenn Reichweite wichtiger ist als Klicks.
- CPA - Cost per Acquisition: Kosten pro gewonnener Kundin (oder einer anderen definierten Conversion).
- CPL - Cost per Lead: Kosten pro Lead (Kontaktanfrage, Demo-Buchung, Whitepaper-Download). Wichtige Vorstufe zu CPA.
- CPI - Cost per Install: Kosten pro App-Installation. Spezialfall im Mobile-Marketing.
- ROAS - Return on Ad Spend: Umsatz geteilt durch Werbeausgaben. Bei einem ROAS von 4 erzielt jeder eingesetzte Euro vier Euro Umsatz - aber ohne andere Kosten zu berücksichtigen.
- ROI - Return on Investment: Gewinn geteilt durch Gesamtkosten der Maßnahme. Im Unterschied zu ROAS berücksichtigt ROI Personal-, Tool- und Overhead-Kosten - und ist die ehrlichere Performance-Kennzahl.
- AOV - Average Order Value: Durchschnittlicher Bestellwert. Im E-Commerce die zentrale Hebel-Größe, im SaaS oft als ARPU oder ARPA verwandt.
- ARPU - Average Revenue per User: Durchschnittlicher Umsatz pro Nutzerin. Im SaaS oft als ARPA (per Account) verwendet.
- CAC - Customer Acquisition Cost: Vollbelastete Kosten zur Gewinnung einer neuen Kundin, inklusive Sales- und Marketing-Ausgaben. Mehr Kontext zu Kostenstrukturen im Artikel zu SaaS-Kosten.
- LTV (oder CLV) - Lifetime Value: Erwarteter Gesamt-Umsatz oder Gewinn pro Kundin über die gesamte Vertragsdauer. Eine gesunde SaaS-Unit-Economics-Faustregel: LTV zu CAC mindestens 3 zu 1.
4. SaaS-Metriken und Subscription-Kennzahlen
Die Sprache, in der SaaS-Unternehmen mit Investorinnen und Boards reden. Wer hier unsauber arbeitet, verliert in jeder Funding-Diskussion Verhandlungsmacht.
- MRR - Monthly Recurring Revenue: Wiederkehrender Monatsumsatz aus Abos. Die zentrale Wachstums-Kennzahl jedes SaaS-Modells.
- ARR - Annual Recurring Revenue: Wiederkehrender Jahresumsatz (= MRR x 12). Wird ab einer gewissen Größe häufiger verwendet als MRR.
- NRR - Net Revenue Retention: Wie sich der Umsatz einer Kohorte über die Zeit entwickelt - inklusive Upsells, Cross-Sells und Churn. Best-in-class SaaS erreichen NRR über 110%.
- GRR - Gross Revenue Retention: NRR ohne Berücksichtigung von Upsells - reines Kunden- und Umsatz-Halten. Best-in-class SaaS erreichen GRR über 90%.
- NPS - Net Promoter Score: Misst Kundenzufriedenheit über die Frage "Wie wahrscheinlich ist es, dass du uns weiterempfiehlst?" auf einer Skala von 0 bis 10. Promoters (9-10) minus Detractors (0-6).
- CSAT - Customer Satisfaction Score: Direktere Zufriedenheitsmessung als NPS, oft per Single-Question-Survey nach Support-Interaktion.
- MAU - Monthly Active Users: Aktive Nutzerinnen pro Monat - Definition variiert pro Produkt (Login, Aktion ausgeführt, etc.). Mehr zu Definitions-Fallstricken im Artikel zu SaaS-KPIs.
- DAU - Daily Active Users: Tägliche aktive Nutzerinnen. Im B2B-SaaS oft nur für Daily-Use-Tools relevant (Slack, Notion); für Wochenend-Tools wie Buchhaltung weniger.
- Churn - Kündigungsrate: Anteil der Kundinnen oder des Umsatzes, der pro Zeitraum wegfällt. Wichtigste Differenzierung: Customer Churn (Personen) vs. Revenue Churn (Geld). Mehr im Artikel zur Customer Retention.
- Burn Rate - Monatlicher Nettoverlust eines Startups (Ausgaben minus Einnahmen). Maßstab für die "Runway", also wie lange das Unternehmen ohne neue Funding-Runde überlebt.
5. Conversion, UX und Web-Analyse
Begriffe rund um Website-Performance, Nutzerinnen-Erlebnis und Conversion-Optimierung.
- UX - User Experience (Nutzererlebnis): Das Gesamterlebnis einer Nutzerin im Umgang mit Produkt oder Website. Mehr in unserem Artikel zur UX-Forschung.
- UI - User Interface (Benutzeroberfläche): Die sichtbaren und interaktiven Elemente einer Software - Buttons, Menüs, Layouts.
- CRO - Conversion Rate Optimization: Systematische Verbesserung der Conversion Rate einer Website oder eines Funnels. Eng verwandt mit A/B-Tests.
- CR - Conversion Rate: Anteil der Besucherinnen, die eine gewünschte Aktion ausführen (Kauf, Anmeldung, Demo-Buchung). Wichtig: CR ist nicht CTR.
- A/B-Test - Vergleichstest zweier Varianten einer Seite oder eines Elements. Grundlagen in unserem A/B-Test-Artikel. Quantitative vs. qualitative Test-Methoden vergleichen wir im Artikel Quantitativ vs. qualitativ testen.
- MVT - Multivariate Testing: Mehr als zwei Varianten parallel testen, oft mit mehreren Variablen kombiniert.
- CMS - Content Management System: Plattform zur Inhaltsverwaltung von Websites. Beispiele: Webflow, Framer, Wordpress, Notion Sites.
- CWV - Core Web Vitals: Googles Performance-Metriken für Ladegeschwindigkeit (LCP), Interaktivität (INP) und visuelle Stabilität (CLS). Direkt rankingrelevant.
- GA / GA4 - Google Analytics (Version 4): Web-Analytics-Tool. In DACH oft durch DSGVO-konforme Alternativen wie Plausible Analytics ersetzt.
- GTM - Google Tag Manager: Tool zur zentralen Verwaltung von Tracking-Tags auf einer Website, ohne dass jeder Tag ins Code-Repository muss.
- UTM - Urchin Tracking Module: Parameter, die an URLs angehängt werden, um Traffic-Quellen zu identifizieren (Quelle, Medium, Kampagne).
6. Sales, Pipeline und CRM
Der Brückenbereich zwischen Marketing und Sales - mit den Begriffen, die Lead-Qualität und Funnel-Stadien strukturieren.
- CRM - Customer Relationship Management: Software-Kategorie zur Verwaltung von Kunden- und Lead-Daten. Klassiker: HubSpot, Salesforce, Pipedrive.
- ABM - Account-Based Marketing: Marketing-Ansatz, bei dem statt breiter Lead-Generierung gezielt einzelne Wunsch-Accounts bearbeitet werden. Typisch im B2B-Enterprise-SaaS.
- ICP - Ideal Customer Profile: Die Beschreibung der idealen Kundinnen-Organisation - Branche, Größe, Budget, Use Case. Vorstufe zur Persona, die die Person beschreibt.
- MQL - Marketing Qualified Lead: Ein Lead, den Marketing als qualifiziert genug einstuft, um an Sales übergeben zu werden.
- SQL - Sales Qualified Lead: Ein Lead, der von Sales als ernsthaft kaufinteressiert akzeptiert wurde. Nicht zu verwechseln mit Structured Query Language.
- PQL - Product Qualified Lead: Ein Lead, der das Produkt bereits aktiv nutzt (Freemium, Trial) und Kaufsignale zeigt. Zentrale Kategorie in Product-Led-Growth-Modellen.
- BANT - Budget, Authority, Need, Timeline: Klassisches Qualifizierungs-Framework aus dem Enterprise-Sales. Beantwortet vier Fragen pro Lead.
- PLG - Product-Led Growth: Wachstumsmodell, bei dem das Produkt selbst die zentrale Vertriebs- und Acquisition-Maschine ist (z.B. Freemium oder Self-Serve-Trial).
7. KPIs, Strategie und Operations
Die strategischen und steuernden Begriffe - das Vokabular, in dem Quartalsziele, Roadmaps und Reporting laufen.
- KPI - Key Performance Indicator: Zentrale, regelmäßig gemessene Kennzahl zur Bewertung der Zielerreichung. Wer KPIs systematisch auswählen will, findet im Artikel zu den Grundlagen der Marketinganalyse die passende Methodik.
- OKR - Objectives and Key Results: Zielsetzungs-Framework (häufig quartalsweise), das ambitionierte Objectives mit messbaren Key Results verbindet. Erfunden bei Intel, prominent bei Google.
- SMART - Specific, Measurable, Achievable, Relevant, Time-bound: Eigenschaften gut formulierter Ziele.
- CTA - Call to Action: Handlungsaufforderung an die Nutzerin, typisch als Button ("Jetzt testen", "Newsletter abonnieren").
- UGC - User Generated Content: Inhalte, die nicht von der Marke selbst, sondern von Nutzerinnen produziert werden - Reviews, Social-Posts, Testimonials.
- EGC - Employee Generated Content: Inhalte, die Mitarbeitende selbst produzieren - oft auf LinkedIn. Erhält zunehmend Aufmerksamkeit im B2B-Marketing.
- FAQ - Frequently Asked Questions: Sammlung häufiger Fragen mit Antworten. SEO- und AEO-relevant, weil Suchmaschinen FAQ-Strukturen explizit auswerten.
- AIDA - Attention, Interest, Desire, Action: Klassisches Funnel-Modell aus der Werbepsychologie. Heute überlagert durch differenziertere Customer-Journey-Modelle.
- SWOT - Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats: Strategische Analyse-Matrix aus dem Management.
- RICE - Reach, Impact, Confidence, Effort: Priorisierungs-Framework für Roadmap-Entscheidungen - jeder Faktor wird bewertet und multipliziert, höchste Punktzahl gewinnt.
8. AI, Daten und 2026er-Tech-Begriffe
Die Begriffe, die zwischen 2024 und 2026 ins Marketing-Vokabular gewandert sind - getrieben durch generative KI und Agent-Workflows.
- AI - Artificial Intelligence (Künstliche Intelligenz): Sammelbegriff für Systeme, die menschenähnliche kognitive Aufgaben lösen.
- GenAI - Generative AI: Spezifisch jene KI-Systeme, die neue Inhalte generieren (Text, Bilder, Audio). Mehr in unserem Artikel zur agentic AI.
- AGI - Artificial General Intelligence: KI mit menschenähnlicher Allgemeinintelligenz, in der Lage, beliebige Aufgaben zu lösen. Ziel der großen KI-Labs, aktuell nicht erreicht.
- ML - Machine Learning: Teilgebiet der AI, bei dem Systeme aus Daten lernen statt explizit programmiert zu werden.
- NLP - Natural Language Processing: KI-Disziplin zur Verarbeitung natürlicher Sprache. Vorläufer der heutigen LLMs.
- LLM - Large Language Model: Große Sprachmodelle wie ChatGPT, Claude, Gemini, die durch Skalierung der Trainingsdaten generative Fähigkeiten entwickelt haben.
- RAG - Retrieval-Augmented Generation: Architektur, bei der ein LLM für jede Antwort zusätzlich externe Datenquellen durchsucht - statt sich nur auf Trainingsdaten zu verlassen.
- MCP - Model Context Protocol: Offenes Protokoll für die Anbindung externer Tools an KI-Modelle wie Claude. Marketing-relevant, weil Tools wie Peec AI und andere SaaS-Dashboards MCP-Schnittstellen anbieten.
- API - Application Programming Interface: Schnittstelle, über die Software-Systeme miteinander kommunizieren.
- SDK - Software Development Kit: Sammlung aus Bibliotheken, Dokumentation und Beispielcode, mit der Entwicklerinnen schneller mit einem API arbeiten können.
9. DACH-Compliance und rechtliche Begriffe
Die Begriffe, die in DACH operativ wichtiger sind als jede Performance-Kennzahl - weil sie über Bußgelder, Abmahnungen und Vertragsfähigkeit entscheiden.
- DSGVO - Datenschutz-Grundverordnung: EU-Verordnung zum Schutz personenbezogener Daten, in Kraft seit Mai 2018. Bußgeldrahmen: bis zu 20 Mio. Euro oder 4% des Konzernumsatzes.
- AVV - Auftragsverarbeitungsvertrag: Vertrag mit jedem Tool-Anbieter, der personenbezogene Daten im Auftrag verarbeitet (Art. 28 DSGVO). Ohne AVV keine DSGVO-konforme Tool-Nutzung.
- TTDSG - Telekommunikation-Telemedien-Datenschutz-Gesetz: Deutsches Gesetz, das die DSGVO um konkrete Cookie- und Tracking-Regeln ergänzt. Vor allem relevant für die Cookie-Banner-Pflicht.
- UWG - Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb: Regelt unter anderem die Kennzeichnungspflicht bei bezahlten Kooperationen (§5a UWG). Verstöße führen zu Abmahnungen.
- KSA - Künstlersozialabgabe: Pflichtabgabe an die Künstlersozialkasse, wenn Unternehmen freie Künstlerinnen oder Publizistinnen für Marketing-Leistungen beauftragen. Aktueller Satz 2026: 4,9%. Bagatellgrenze 1.000 EUR pro Kalenderjahr.
- ePrivacy / ePD - ePrivacy-Verordnung der EU: Ergänzende Cookie- und Tracking-Regulierung, in DACH durch das TTDSG umgesetzt.
- BSI - Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Deutsche Behörde, deren BSI-Grundschutz für viele Konzernkunden Vertragspflicht ist.
- NIS2 - Network and Information Security Directive 2: EU-Richtlinie zu Cybersicherheit, seit Oktober 2024 in nationales Recht umgesetzt. Relevant für SaaS-Anbieter mit Kunden in kritischen Sektoren.
Diese Compliance-Begriffe sind nicht optional. Wer in DACH SaaS verkauft und sie nicht beherrscht, verliert in jedem Enterprise-Sales-Gespräch Verhandlungsmacht - typische Procurement-Checklisten deutscher Konzerne fragen explizit nach DSGVO-Konformität, AVV-Bereitschaft, EU-Hosting, BSI-Standards und NIS2-Readiness. Wer ohne diese Antworten in ein Pitch-Meeting geht, hat den Deal schon halb verloren.
Glossar-Hygiene im eigenen Team einführen: Pin diesen Artikel im Marketing-Slack-Kanal oder in der Notion-Brand-Library und führe eine einmalige Übung durch - jedes Teammitglied benennt drei Begriffe, die im Team unklar oder uneinheitlich verwendet werden. Konsens herstellen, definieren, ins eigene Wiki aufnehmen. Zehn Minuten Aufwand, in jedem Quartalsreporting messbar bessere Diskussionsqualität.
Warum dieses Glossar sich lohnt
Effiziente Marketing-Kommunikation hat zwei Ebenen: Klarheit über das, was gemessen wird, und Klarheit über das, was getan werden soll. Wer CTR von CR nicht sauber trennt, vergleicht in jeder Reporting-Runde Äpfel mit Birnen. Wer ROI mit ROAS gleichsetzt, übersieht in jeder Performance-Kalkulation die echten Kosten. Wer AEO als Modewort abtut, verschläft die strukturelle Verschiebung der Suchökonomie zwischen 2024 und 2026.
Für DACH-SaaS-Teams kommt eine zweite Ebene dazu: Die Compliance-Begriffe (DSGVO, AVV, TTDSG, UWG, KSA, NIS2) sind keine Buchhaltungs-Floskeln, sondern entscheiden über Vertragsfähigkeit. Wer in einem Procurement-Gespräch nicht direkt "AVV ist verfügbar, EU-Hosting ist Default, ePrivacy-Tracking ist Opt-in" beantworten kann, wirkt nicht souverän, sondern unreif.
Wer dieses Glossar als interne Referenz behält - im Notion-Wiki, im Slack-Pin, im Onboarding-Pack -, hebt das Niveau jeder Marketing-Diskussion. Das ist nicht trivial, das ist Effizienz.

