DSGVO
Compliance-Check
15 Fragen zu den wichtigsten DSGVO-Pflichten — mit Ampel-Ergebnis, Prioritätenliste und konkreten Handlungsfeldern.
Compliance-Status
Gut aufgestellt
Referenz
Wichtigste DSGVO-Artikel für Unternehmen
Die Artikel, die für die meisten Unternehmen im DACH-Raum relevant sind — und die häufigsten Grundlagen für Bußgelder.
Grundsätze
Rechtmäßigkeit, Zweckbindung, Datenminimierung, Richtigkeit, Speicherbegrenzung, Integrität, Rechenschaftspflicht.
Rechtsgrundlagen
Jede Verarbeitung braucht eine Grundlage: Einwilligung, Vertrag, rechtliche Verpflichtung, lebenswichtige Interessen, öffentliche Aufgabe oder berechtigtes Interesse.
Einwilligung
Muss freiwillig, bestimmt, informiert und unmissverständlich erteilt werden. Muss jederzeit widerrufbar sein, ohne Nachteile.
Informationspflichten
Beim Erheben von Daten müssen Zweck, Rechtsgrundlage, Verantwortlicher, Speicherdauer und Betroffenenrechte mitgeteilt werden.
Löschrecht
Betroffene können Löschung ihrer Daten verlangen, wenn kein Verarbeitungsgrund mehr vorliegt. Praktisch: Löschprozesse und Fristen dokumentieren.
Auftragsverarbeitung
Mit jedem Dienstleister, der Daten in Ihrem Auftrag verarbeitet, ist ein AVV abzuschließen. Fehlt der AVV, ist die Verarbeitung rechtswidrig.
Verarbeitungsverzeichnis
Dokumentation aller Verarbeitungstätigkeiten mit Zweck, Kategorien, Empfängern und Löschfristen. Pflicht bei ≥250 MA oder risikoreicher Verarbeitung.
Technische Maßnahmen
Geeignete TOMs zum Schutz der Daten: Verschlüsselung, Zugangskontrollen, Pseudonymisierung, Verfügbarkeit, Belastbarkeit.
Meldepflicht bei Datenpannen
Bei Sicherheitsverletzungen mit Risiko für Betroffene: Meldung an Aufsichtsbehörde binnen 72 Stunden. Bei hohem Risiko auch direkte Betroffenen-Information (Art. 34).
Datenschutzbeauftragter
Pflicht in Deutschland ab 20 Personen mit regelmäßiger Datenverarbeitung (§ 38 BDSG) oder bei besonders sensibler Verarbeitung (Art. 9 DSGVO).
Drittlandtransfers
Daten dürfen nur in Länder außerhalb der EU/EWR übertragen werden, wenn ein Angemessenheitsbeschluss vorliegt (z.B. DPF für USA) oder SCCs vereinbart wurden.
Praxis-Kontext
Was DACH-Unternehmen am häufigsten falsch machen
Kein AVV mit US-Tools
Brevo, Stripe, HubSpot, Notion, Slack — fast jeder nutzt mehrere US-SaaS-Tools. Ohne AVV und geprüfte Transfergrundlage (DPF oder SCCs) ist die Nutzung rechtswidrig. Viele Anbieter haben AVVs im Kundenbereich — aber man muss sie aktiv abschließen.
Cookie-Banner als Falle
Ein Cookie-Banner allein macht noch keine DSGVO-Compliance. Entscheidend: Werden Cookies und Tracking-Skripte erst nach aktiver Einwilligung geladen? Und ist das Ablehnen genauso einfach wie das Akzeptieren? Viele Banner erfüllen diese Anforderungen nicht.
Fehlende Rechtsgrundlagen-Dokumentation
Jede Verarbeitung braucht eine Grundlage — und die muss dokumentiert sein. "Wir hatten gedacht, das sei in Ordnung" gilt nicht. Im VVT oder einer separaten Übersicht sollte für jeden Prozess stehen: Welche Rechtsgrundlage gilt, warum, und seit wann.
72-Stunden-Frist ohne Prozess
Bei einer Datenpanne haben Unternehmen 72 Stunden für die Meldung an die Aufsichtsbehörde. Wer diesen Prozess erst im Ernstfall definiert, handelt zu spät. Mindestens ein Ansprechpartner und ein einfaches Meldeformular sollten vorbereitet sein.
Hinweis: Dieser Check und die Praxis-Tipps ersetzen keine professionelle Datenschutzberatung. Bußgelder nach DSGVO können bis zu 4% des weltweiten Jahresumsatzes betragen — für verbindliche Einschätzungen einen DSB oder Fachanwalt hinzuziehen.
FAQ