Notion Sites ist ein seit Juni 2024 verfügbarer Website-Builder direkt in Notion, mit dem bestehende Notion-Seiten als öffentliche Websites veröffentlicht werden können. Mit eigener Domain, SEO-Einstellungen und mobiler Bearbeitungsmöglichkeit - alles ohne Programmierkenntnisse und ohne externe Tools.
- Notion-Seiten direkt als Website veröffentlichen - kein separater Website-Builder nötig
- Benutzerdefinierte Domains für eine professionelle Webpräsenz konfigurierbar
- SEO-Einstellungen integriert für bessere Sichtbarkeit in Suchmaschinen
- Bis zu fünf Websites pro Konto - geeignet für mehrere Projekte oder Abteilungen
- Mobile Bearbeitung direkt über das Smartphone möglich
- Sinnvoll für Blogs, Team-Wikis, Jobbörsen und Wissensdatenbanken - nicht für komplexe Webprojekte
Notion Sites - eingeführt im Juni 2024, seitdem schrittweise ausgebaut - macht Notion-Seiten öffentlich zugänglich, mit eigener Domain, SEO-Settings und einfacher Veröffentlichung. Für Solopreneur:innen und kleine DACH-Teams ist das verlockend: Inhalt erstellen und veröffentlichen passieren am selben Ort, ohne zweites Tool, ohne Designer-Sprint.
Die ehrliche Frage 2026 ist aber: Wann ergibt das wirklich Sinn - und wann ist Notion Sites die falsche Wahl?

Was Notion Sites kann
- Notion-Seiten als öffentliche Websites veröffentlichen - jede Seite oder ein ganzer Page-Tree
- Eigene Domain verbinden (CNAME-Setup, SSL automatisch)
- SEO-Basics: Page Title, Meta-Description, OG-Image, Sitemap automatisch
- Anpassungen von Header, Icon, Cover, Layout
- Bis zu mehreren Sites pro Workspace (Stand 2026: typisch 5, je nach Plan)
- Live-Updates - Änderungen in Notion sind sofort online, kein Build-Schritt
Wann Notion Sites die richtige Wahl ist
Ja-Fälle aus der DACH-Praxis:
- Solopreneur:in mit minimaler Marketing-Site ohne dediziertes Web-Team - Domain plus Notion plus Notion Sites kostet 10-20 EUR/Monat
- Internes Wiki, das öffentlich zugänglich werden soll (Open-Source-Doku, Onboarding-Materialien, Help-Center)
- Blog mit niedriger Veröffentlichungsfrequenz - wer 1-2 Mal pro Monat einen Artikel schreibt, braucht keine eigene CMS-Pipeline
- Microsite für ein bestimmtes Event, Whitepaper oder Recruiting-Briefing
- Sehr frühe MVP-Landingpage, um eine Idee zu testen, ohne ein Web-Setup zu bauen
Wann Notion Sites die falsche Wahl ist
Nein-Fälle aus der DACH-Realität:
- Performance-getriebenes Marketing mit Conversion-Tracking, A/B-Tests, Analytics-Integration - hier setzen die fehlenden Anpassungs-Möglichkeiten Grenzen
- SEO-getriebene Content-Operations im Wettbewerbsumfeld - Notion Sites rankt oft nicht so stark wie ein dediziertes CMS, Custom-Tags und strukturierte Daten sind begrenzt
- E-Commerce oder transaktionale Sites mit Checkout, Login, Member-Area
- Komplexe Layouts und Markenstärke - wer Brand-konforme Designs umsetzen will, kommt mit Webflow oder Framer deutlich weiter
- Mehrsprachige Sites mit echter Hreflang-Logik - die Sprachverwaltung ist 2026 in Notion Sites noch nicht auf dem Niveau eines CMS
Wer eine DSGVO-saubere Marketing-Website aufbaut, sollte vor Notion Sites zwei Punkte prüfen: 1) wo wird die Website gehostet (Notion-Infrastruktur, USA) und 2) wie sieht Cookie-/Analytics-Integration aus? Für reine Inhaltsseiten ohne Tracking ist Notion Sites unproblematisch, weil keine personenbezogenen Daten erhoben werden. Sobald Formulare, Newsletter-Embeds oder Analytics dazukommen, ist die DSGVO-Lage komplexer als bei einer Webflow- oder Framer-Site mit EU-CDN davor - dann gehört der Wechsel zu einem echten Web-CMS auf den Plan.
DACH-Empfehlung: für wen lohnt sich Notion Sites?
Für Solopreneur:innen und Indie Hacker mit einer einfachen Marketing-Site oder einem Blog: ja, oft die pragmatische Wahl. Eine Domain (10 EUR/Jahr), Notion-Pro-Lizenz (10 EUR/Monat) und Notion Sites darüber - mehr braucht es nicht. Siehe auch Indie Hackers und Solopreneur Software Bundle.
Für DACH-Mittelständler:innen mit aktivem Marketing-Anspruch: meist nein. Die Sichtbarkeitsvorteile eines dedizierten CMS (Webflow, Framer, oder ein klassisches Headless-Setup) wiegen die zusätzliche Komplexität schnell auf. Vergleich: Webflow vs. Framer.
Für Knowledge-Bases, interne Wikis und Job-Boards: ja, gerade als Standalone-Microsite. Die Synchronisation zwischen interner Doku und externer Wissensdatenbank ist hier ein klarer Vorteil.
Wenn du heute mit Notion Sites startest, halte deine externe Markenpräsenz technisch sauber: eine Domain unter deiner Kontrolle (nicht "irgendwas.notion.site"), klare Trennung zwischen "öffentlich" und "intern" via separater Workspaces, automatisches Backup deiner Notion-Inhalte. So bleibst du portabel - sollte ein Wechsel zu Webflow oder Framer später nötig werden, sind die Inhalte umziehbar.
Fazit: Notion Sites ist Pragmatismus, kein CMS-Ersatz
Notion Sites ist 2026 ein nützliches Werkzeug für eine konkrete Klasse von Aufgaben - schnelle Microsites, Solopreneur-Marketing, Wissensdatenbanken. Für ambitionierte Marketing-Sites oder Conversion-Optimierung im DACH-Markt bleibt es zu eingeschränkt. Die richtige Frage ist nicht "Notion Sites oder Webflow", sondern "passt der Use Case zu Notion Sites".
Vertiefend:

