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Rule of 40
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Wachstum plus Marge, verdichtet auf eine Zahl. Berechne deinen Rule-of-40-Score auf EBITDA- oder FCF-Basis - mit Growth-vs-Profit-Mix und aktuellen SaaS-Benchmarks.

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Beispiel: 35 % Wachstum + 10 % EBITDA-Marge

Score

45

Status

Bestanden

Band: Healthy · 5 Punkte über der 40er-Marke

Ressourcen

Rule of 40 Rechner

Wachstum + Marge = dein Rule-of-40-Score. Die zentrale Health-Kennzahl im SaaS - mit EBITDA- oder FCF-Basis und Growth-vs-Profit-Analyse.

ARR-/Umsatzwachstum zum Vorjahr. Negativ = Rückgang

Negativ erlaubt (Verlust / Cash-Burn)

EBITDA = Standard der meisten Benchmarks. FCF = strenger, von Late-Stage-Investoren bevorzugt.

Referenz

Rule-of-40-Bänder und ihre Bedeutung

Quellen: Aventis Advisors „Rule of 40 in SaaS 2026", KeyBanc KBCM 2025 Private SaaS Survey, CloudZero 2026. Median-Score börsennotierter SaaS: ~25. Die 40er-Marke markiert etwa das Top-Quartil.

Score

Band

Bewertungssignal

≥ 60

Elite

Premium-Multiple-Kandidat. Top-Quartil bei Investoren und strategischen Käufern.

50–60

Strong

Klare Skalierungs-Story. Multiple deutlich über Markt-Median.

40–50

Healthy

Investoren- und käuferfähig. Solides Standard-Multiple, Bestehensgrenze erreicht.

30–40

Unter Benchmark

Multiple unter Markt-Median. Bewertung hängt stark am Wachstumspfad.

20–30

Schwach

Profitabilität schärfen oder Wachstum nachweisbar wieder anziehen.

< 20

Kritisch

Discount-Bewertung wahrscheinlich. Fokus auf Runway und Effizienz.

Praxis-Kontext

Was die Zahl verschweigt

Ein hoher Score ersetzt keinen Runway-Check

Ein growth-getriebener Score von 50 bei -30 % Marge sieht auf dem Papier stark aus. Nützt aber nichts, wenn in sechs Monaten das Geld ausgeht. Die Rule of 40 sagt nichts über die absolute Cash-Position. Wer verlust-getrieben besteht, muss Burn-Rate und Runway parallel im Griff haben - sonst ist der Score eine Zahl für den Konkursverwalter.

EBITDA schmeichelt, FCF ist ehrlicher

Die EBITDA-Marge blendet Zinsen, Steuern und Abschreibungen aus und rechnet oft Stock-Based Comp heraus. Das hebt den Score. Die FCF-Marge zeigt, was am Ende wirklich an Cash übrig bleibt. Der Unterschied ist keine Kleinigkeit: Auf EBITDA-Basis bestehen ~15 % der Public-SaaS, auf FCF-Basis ~46 %. Miss beide, bevor du dich mit deinem Score wohlfühlst.

Prozente lügen bei kleinen Zahlen

Unter ~20 Mio. ARR ist die Rule of 40 mit Vorsicht zu genießen. Von 200.000 auf 500.000 EUR ARR sind +150 % Wachstum - ein Score jenseits von 100, der über die echte Gesundheit fast nichts aussagt. Für Indie- und Micro-SaaS im DACH-Raum sind absolute Kennzahlen (Nettogewinn, Runway, CAC-Payback) meist wertvoller als ein prozentualer Verdichtungswert.

Der Mix ist wichtiger als die Summe

Zwei Firmen mit Score 45 können grundverschieden sein. 55 % Wachstum bei -10 % Marge ist eine Wette auf die Zukunft; 15 % Wachstum bei 30 % Marge ist ein solides, kapitaleffizientes Geschäft. Im DACH-Markt ist Letzteres häufiger - und im aktuellen Umfeld 2026 oft die höher bewertete Position. Schau immer auf die Zusammensetzung, nicht nur auf die 40.

Hinweis: Die Rule of 40 ist eine Health-Heuristik, keine Unternehmensbewertung. Sie verdichtet zwei Kennzahlen auf eine Zahl und blendet dabei vieles aus - NRR, CAC-Payback, Gross Margin, Logo-Konzentration, Runway. Für Fundraising oder M&A gehört sie in ein vollständiges Kennzahlen-Set, nie allein.

FAQ

Häufige Fragen zur Rule of 40

Was ist die Rule of 40 und wie wird sie berechnet?
Die Rule of 40 ist die verbreitetste Health-Heuristik für SaaS-Unternehmen: Umsatzwachstum (in %) plus Profitmarge (in %) sollte mindestens 40 ergeben. Beispiel: 30 % Wachstum bei 15 % Marge = 45, also bestanden. 60 % Wachstum bei -25 % Marge = 35, also knapp darunter. Die Logik dahinter: Ein Unternehmen darf schnell wachsen und dabei Geld verbrennen ODER profitabel und langsamer wachsen - aber die Summe aus beidem muss stimmen. Die Kennzahl wurde 2015 in der US-VC-Szene populär und ist heute Standard in SaaS-Investment und -M&A.
Welche Marge zählt für die Rule of 40 - EBITDA oder Free Cash Flow?
Beide sind gängig, führen aber zu deutlich unterschiedlichen Ergebnissen. Die EBITDA-Marge ist die Basis fast aller veröffentlichten Benchmarks und der übliche Default. Die FCF-Marge (Free-Cash-Flow-Marge) ist strenger, schwerer zu schönen und wird von Late-Stage-Investoren zunehmend bevorzugt. Der Unterschied ist erheblich: In aktuellen Analysen börsennotierter SaaS erreichen nur rund 15 % die 40er-Marke auf EBITDA-Basis, aber etwa 46 % auf FCF-Basis. Wer seinen Score in einem Pitch nennt, sollte immer dazusagen, auf welcher Basis er gerechnet ist - und ihn idealerweise auf beiden Basen kennen.
Was ist ein guter Rule-of-40-Score?
40 ist die Bestehensgrenze und markiert im aktuellen Markt etwa das Top-Quartil. Der Median börsennotierter SaaS liegt 2026 bei rund 25 - die meisten Unternehmen bestehen die Regel also nicht. Grobe Einordnung: unter 20 ist kritisch, 20 bis 30 schwach, 30 bis 40 unter Benchmark, 40 bis 50 gesund, 50 bis 60 stark und über 60 Elite. Jede 10-Punkte-Verbesserung über 40 wirkt sich spürbar auf das Bewertungs-Multiple aus.
Ab welcher Unternehmensgröße ist die Rule of 40 sinnvoll?
Die Kennzahl wird erst ab rund 20 Mio. ARR wirklich aussagekräftig. Bei kleinen und frühen SaaS unter etwa 1 bis 2 Mio. ARR schwankt das Wachstum prozentual so stark (von 40 auf 100 Kunden sind +150 %), dass ein hoher Score wenig über die echte Gesundheit sagt. Für Indie-SaaS, Micro-SaaS und Bootstrapped-Startups im DACH-Raum ist die Rule of 40 eher ein grober Kompass als ein hartes Ziel - hier zählen absolute Zahlen wie Runway, CAC-Payback und Nettogewinn oft mehr.
Wie unterscheidet sich ein growth-getriebener von einem profit-getriebenen Score?
Zwei Unternehmen können denselben Score von 45 haben und völlig unterschiedliche Risikoprofile aufweisen. Growth-getrieben (z. B. 55 % Wachstum, -10 % Marge): klassische VC-Story, funktioniert nur, wenn die Unit Economics stimmen und der Runway reicht. Profit-getrieben (z. B. 15 % Wachstum, 30 % Marge): kapitaleffizient und robust, aber mit der Frage, ob mehr Wachstum möglich ist, ohne die Marge zu opfern. Im DACH-Raum sind bootstrapped und Mittelstands-SaaS häufiger profit-getrieben - eine oft unterschätzte, starke Position. Der Rechner zeigt den Mix direkt an.
Welche Kennzahlen ergänzen die Rule of 40?
Die Rule of 40 ist ein Verdichtungsmaß - sie ersetzt keine vollständige Analyse. Ergänzend gehören dazu: NRR (Net Revenue Retention) als stärkster Bewertungshebel, CAC-Payback als Effizienzmaß der Akquise, LTV/CAC für die Unit Economics, Gross Margin als Basis der Skalierbarkeit und Burn-Rate plus Runway als Überlebens-Check. Gerade bei einem hohen, aber verlust-getriebenen Score ist der Runway entscheidend: Ein Score von 50 bei -30 % Marge nützt nichts, wenn in sechs Monaten das Geld ausgeht.
Gibt es DACH-spezifische Besonderheiten bei der Rule of 40?
Die Rule of 40 ist eine US-geprägte Kennzahl, die in einem VC-Wachstumskontext entstanden ist. Im DACH-Raum, wo viele SaaS bootstrapped oder aus dem Mittelstand heraus finanziert sind, verschiebt sich die typische Zusammensetzung: Der Score wird häufiger von der Marge als vom Wachstum getragen. Das ist kein Nachteil - kapitaleffiziente Profitabilität wird im aktuellen Marktumfeld 2026 höher bewertet als reines Wachstum um jeden Preis. Wichtig für DACH-Gründer: Die 40er-Marke nicht als Dogma lesen, sondern als Diagnose-Werkzeug, das zeigt, welcher Hebel (Wachstum oder Marge) gerade der schwächere ist.

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